Nicht ohne meinen Kaffee – IHK-Abschlussprüfung vs. ICH

Nicole Marić

 

Name, Tätigkeit/Abteilung:

Nicole Marić, Auszubildende zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel im 3. Ausbildungsjahr (Ausbildungsende: 16.01.2018)

Lieblingsfarbe außer Orange?:

Bordeaux

Beschreibe dich mit 3 Worten!:

aufgeschlossen, optimistisch, zielstrebig

Für was kannst du dich begeistern?:

Musik, neue Orte und Bekanntschaften

 

 

Die wohl stressigste Zeit während der dualen Ausbildung ist sicherlich die Prüfungsvorbereitung. Bevor ich euch jedoch von meinen Vorbereitungen erzähle, erst einmal allgemeine Infos zum Ablauf der Abschlussprüfungen (Ausbildungsberuf: Kauffrau/mann im Groß- und Außenhandel).

Die schriftlichen Prüfungen werden auf drei Tage verteilt. Tag 1: Die Fächer Deutsch und Gemeinschaftskunde – Es geht also sehr entspannt los ☺. Die Ergebnisse dieser beiden Prüfungen fließen lediglich in das Abschlusszeugnis der Berufsschule, nicht in das IHK-Prüfungszeugnis ein. An Tag 2 und 3 wird es richtig ernst. Geprüft wird in den Fächern: Großhandelsgeschäfte (= Betriebswirtschaft), Kaufmännische Steuerung & Kontrolle, Organisation (= Rechnungswesen) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (= Gesamtwirtschaft). Drei Fächer, die relevant für das Gesamtergebnis der IHK-Abschlussprüfung sind.

Wenn der schriftliche Part geschafft ist, findet die mündliche und damit letzte Prüfung statt. Der Termin für das fallbezogene Fachgespräch wird circa 2 Monate nach den schriftlichen Prüfungen von der IHK festgesetzt.

So viel zur Theorie, aber wie bereitest du dich nun selbst auf die Abschlussprüfungen vor?

Natürlich hat jeder seine eigenen Methoden und Wege sich vorzubereiten, empfehlenswert ist aber auf jeden Fall Lernurlaub vor den Prüfungen. Denn Arbeiten und anschließend noch Lernen, klappt leider nicht so gut – zumindest nicht bei mir. Ich habe daher vor den schriftlichen Prüfungen an der Berufsschule drei Wochen Urlaub genommen. Der Berufsschulunterricht, der während dieser Zeit stattfindet, muss natürlich trotzdem wahrgenommen werden. Was auch gut ist, denn Fragen/Unklarheiten, die beim Lernen aufkommen, können direkt noch einmal an die Lehrer gestellt werden.

In der ersten Woche meines Lernurlaubs habe ich zunächst meine Unterlagen zusammengesucht und sortiert. In den bisherigen 2 Jahren Ausbildung hat sich doch so einiges an Aufschrieben angesammelt.

Anschließend habe ich aufgelistet, welche Themen unbedingt noch einmal angeschaut werden müssen und in welchen Themenfeldern ich mich sicher fühle. Auch verschiedene Prüfungsvorbereitungsbücher waren mir in der Lernphase eine große Hilfe. Wir haben in der Klasse bspw. mit den Büchern des GRIPS-Verlags gearbeitet. Diese enthalten Prüfungsaufgaben der letzten 5 Jahre sowie die entsprechenden Lösungsvorschläge.

Ab der zweiten Woche des Lernurlaubs ging es nun richtig los – Lerngruppen, lange Nächte und viiiiel Kaffee.

Stadtbibliothek Stuttgart

Stadtbibliothek Stuttgart

Am produktivsten war ich abends ab 22:00 Uhr. Zuhause herrschte Ruhe und niemand konnte mich somit ablenken. Um mich auch fit zu halten, habe ich angefangen Kaffee in großen Mengen zu trinken, obwohl ich sonst keine Kaffeetrinkerin bin. Doch was tut man nicht alles, um dranzubleiben. Mittags habe ich mich oft mit Klassenkameraden getroffen, um gemeinsam zu lernen. Hierfür war die Stadtbibliothek in Stuttgart am besten geeignet, wobei wir früh da sein mussten, um uns Plätze zu sichern. So ging es dann die letzten zwei Wochen vor dem Start der Prüfungen weiter: Aufstehen, Lernen, Kaffee, Lernen, Schlafen und von vorn.

Natürlich habe ich mich nach längeren Lernphasen auch belohnt. Kinobesuche, Freunde treffen etc. sollten kein Tabu sein. Mir halfen sie beim Abschalten und den Kopf frei kriegen, um danach wieder motiviert ans Lernen zu gehen.

 

Hui, und dann waren sie da – die schriftlichen Prüfungen (07.11. – 09.11.2017).

In den Stunden und Minuten vor den Prüfungen war ich aufgeregter, als in meiner gesamten Lernphase. Hier bekam die ganze Klasse Panik. Jeder behauptete nichts mehr zu wissen. Die beste Idee: Einfach weghören. In den wenigen Minuten vorher lernst du auch nichts mehr. Die Gespräche machen dich nur unnötig verrückt. Und wenn du dich gut vorbereitet hast, dann hast du auch nichts zu befürchten.

Als ich dann in der ersten Prüfung saß, verging die Aufregung auch schon. Meine Konzentration richtete sich nur noch auf die Aufgaben. Im Vergleich zu meinen damaligen Abiturprüfungen verging die Zeit wahnsinnig schnell, was zusätzlich natürlich den Druck erhöht rechtzeitig fertigzuwerden.

Drei Tage später waren dann alle 5 Prüfungsfächer geschrieben.

Einerseits war ich sehr erleichtert, dass sie nun vorbei und alle Prüfungen machbar waren. Andererseits wusste ich nicht, ob mich mein gutes Gefühl täuscht und ich vielleicht eine Prüfung nicht bestanden habe.

Jetzt hieß es erst einmal abwarten – vier Wochen bis zur Notenbekanntgabe.Lapp Italia s.r.l. / Desio

Meine Ablenkung: Italien. Für mich ging es direkt nach den schriftlichen Prüfungen ins Ausland zu unserer Schwestergesellschaft Lapp Italia s.r.l. in Desio. Dazu aber mehr in einem späteren Blog-Beitrag von mir.

Über das Online-Portal der IHK konnte ich trotz Abwesenheit meine Prüfungsergebnisse einsehen. Die Prüfungen liefen gut. Meine Anspannung war also völlig unbegründet.

 

Doch nach den schriftlichen Prüfungen ist vor der mündlichen Prüfung.

Mit Bekanntgabe der schriftlichen Ergebnisse kam auch schon per Post die Einladung zum fallbezogenen Fachgespräch (16.01.2018).

Vor den schriftlichen als auch vor der mündlichen Prüfung habe ich seitens des Unternehmens einen Sonderurlaubstag (gesetzlich vorgeschrieben) zur Vorbereitung erhalten. Durch die effektiv genutzte Lernphase vor den schriftlichen Prüfungen musste ich für das Fachgespräch nicht allzu viel wiederholen. Hauptsächlich habe ich mir nur noch unternehmensbezogene Daten angeschaut, bspw. die Berechnung des Kupferzuschlages oder die Auftragsabwicklung.

Der Tag der Tage – Der letzte im Rahmen meiner Ausbildung.

Einerseits froh, dass 2,5 Jahre nun zu Ende gehen, andererseits sehr aufgeregt und gespannt wie die letzte zu nehmende Hürde verlaufen wird. Die Atmosphäre im Prüfungsraum war sehr angenehm und die gestellten Aufgaben/Fragen machbar. Das lockere Miteinander zwischen den Prüfern und mir, dem Prüfling, hat mir ein ganzes Stück der Aufregung genommen. Und 45 Minuten (15 min Vorbereitungszeit / 30 min Fachgespräch) später war auch schon alles wieder vorbei.

„Frau Marić, Sie haben die Prüfung bestanden!“ YES ☺ – Ab sofort darf ich mich „Kauffrau im Groß- und Außenhandel“ nennen.

Den vorläufigen Prüfungsbescheid „bestanden/nicht bestanden“ konnte ich nun überglücklich im Unternehmen/Ausbildungsleitung vorzeigen. Drei Tage danach erhielt ich dann das offizielle IHK-Prüfungszeugnis mit dem Gesamtergebnis, den aufgelisteten Einzelbewertungen (Note/Punkte) der schriftlichen Prüfungsfächer sowie meine erreichte Punktzahl im Fachgespräch.IHK Prüfungszeugnis

!! ENDLICH FERTIG !! *juhuuu*

Lernen, Prüfungen und Aufregung adé – Nächste Herausforderung: Berufsleben. Mein neues Lapp Plätzle habe ich in der Personalabteilung gefunden. Hier werde ich mich mit Themen rund ums Praktikum (Ferienjobber/Schüler/Umschüler/Werkstudenten) kümmern, sowie um Bildungspartnerschaften. Jetzt kann´s losgehen. Ich freu mich ☺.

 

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