SPREAD YOUR WINGS – Auslandsentsendung während der Ausbildung

Für uns sind die Auslandseinsätze unserer Auszubildenden nicht nur ein nettes Add-on für ihre Lebensläufe, sondern ein weiteres wichtiges Puzzlestück in der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit.

SPREAD YOUR WINGS  Neben der Entsendung unserer Auszubildenden (DHBW/IHK) in eine unserer Lapp Auslandsgesellschaften bieten wir ihnen – in Zusammenarbeit mit Charlotte & Mari_Weltkugelder Firma LearnBiz.com GmbH/ Portal „Sprachenmarkt.de“ – die Möglichkeit ein Praktikum (inkl. Sprachkurs) im europäischen Ausland zu absolvieren. Das Projekt erhält jährlich Fördergelder (für ca. 250 Teilnehmer) der EU im Rahmen des Programms „Erasmus+ Mobilität in der Berufsbildung“. Ein Programm, welches den Austausch von jungen Beschäftigten zwischen den Mitgliedsländern fördern, die Kultur unserer Nachbarn besser verstehen und die Sprachkompetenz erweitern soll.

 

Auch Ende 2016 haben zwei Lapp Ausbildende ihre Chance für einen Auslandsaufenthalt über das Poolprojekt „Spread Your Wings“ der Firma LearnBiz.com GmbH genutzt. Die U.I. Lapp GmbH nutzt diese Kooperation bereits im 4. Jahr.

 

Charlotte und Mari – unsere Azubininnen der letzten „Spread Your Wings“- Entsendungsphase – berichten über ihren Aufenthalt in London/England und Valencia/Spanien. 

 

Sechs Wochen London mit roten Doppeldeckerbussen, Fish & Chips-Tüten, unzähligen Pubs und Menschen, mit dem wohl freundlichsten „Excuse me“

Reisebericht: Charlotte Keilwerth / Ausbildung zur Industriekauffrau / London / 13.11. – 23.12.2016

Charlotte KeilwerthAm 13.11.2016 war es endlich soweit! Die nächsten sechs Wochen sollte ich in London verbringen, meinem gewohnten Alltag den Rücken kehren und ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen. Direkt nach meinen schriftlichen Abschlussprüfungen ging es los – der Zeitpunkt des Auslandsaufenthaltes hätte nicht besser passen können. Meine Freude auf London und darauf neue Eindrücke und Erfahrungen zu machen, war deshalb noch viel größer.

In Heathrow angekommen, lag die erste kleine Hürde darin, eine Oyster-Card (= elektronische Fahrkarte) zu lösen. Doch dank eines sehr hilfsbereiten und netten Mitarbeiters der London Underground, der mir freundlicherweise seine Hilfe anbot, war dies leichter als gedacht. Er erklärte mir auch noch, wie ich am einfachsten zu meiner Unterkunft gelange und wo ich am besten umsteigen soll.

So stand ich also nach einer anderthalbstündigen Fahrt in der heißen Tube – so wird die U-Bahn in London genannt – in Tottenham Hale und wusste nicht genau, wo sich mein neues Zuhause befindet. Den Straßennamen hatte ich mir aufgeschrieben und so ging ich mit hohen Erwartungen zu einem Taxifahrer und fragte, ob er die Straße kennt. Zum Glück hatte ich einen sehr netten Taxifahrer erwischt, der mir den Weg zum Haus genau beschrieben hat. Die zweite kleine Hürde war also auch ganz schnell überwunden. Ich hatte ein kleines Zimmer in einem Haus mit fünf Mitbewohnern. Ich war neugierig, mit welchen Menschen ich wohl die nächste Zeit zusammenleben würde, weshalb ich also von Tür zu Tür ging und mich vorstellte. Frankreich, Japan, die französische Schweiz und England waren durch meine Mitbewohner abgedeckt – eine richtige Multi-Kulti-WG also.

Am Montag ging es dann zum Leicester Square, an dem „Kaplan“ – meine Sprachschule – ihren Standort hat. Mitten im Herzen von London – zehn Minuten zum Piccadilly Circus und zehn Minuten von Covent Garden entfernt – was will man mehr?! Hier belegte ich den Business English Kurs. Meine Mitschüler waren alle sehr freundlich und offen, neue Menschen (und Freunde) kennenzulernen. So zogen wir nach dem ersten Tag in der Sprachschule gemeinsam durch Covent Garden und ließen den Abend in einem gemütlichen Pub mit einem Guinness ausklingen.

Unser Lehrer in der Sprachschule hatte sehr viel Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmen gesammelt und konnte uns deshalb den Stoff mit viel Praxisbezug vermitteln. Auch unsere Hausaufgaben und die Aufgaben, die wir im Kurs bearbeiteten, waren alle sehr anwendungsbezogen. In der ersten Woche spielten wir freitags Tabu – hier war also schnelles Denken auf Englisch gefragt. Dies war für alle sehr amüsant. Durch unsere Sprachschule konnten wir auch unterschiedliche Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten Londons buchen. An die zwei Wochen bei „Kaplan“ denke ich sehr gerne zurück, da ich in dieser Zeit sehr viel über die englische Kultur, Mentalität und natürlich die englische Sprache gelernt habe. Außerdem habe ich viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen kennengelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Aus vielen Unbekannten wurde also schließlich eine große Gruppe.

Nach diesen zwei aufregenden Wochen, in denen ich so viel erlebt habe, begann mein Praktikum bei dem Modeunternehmen „James Lakeland“ in East Finchley. „James Lakeland“ stellt Kleidung und Accessoires für Frauen her und vertreibt diese im ganzen Vereinigten Königreich. Da mir die Firma nicht großartig bekannt war, war ich umso aufgeregter, was mich die bevorstehenden vier Wochen in meinem Praktikum erwarten würde und vor allem was mein Aufgabenbereich beinhalten sollte. Schnell stellte sich heraus, dass mein Aufgabengebiet weitaus breiter aufgestellt war, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Mitarbeiter und die Praktikanten integrierten mich sofort in das Team, weshalb ich mich dort auch sehr schnell sehr wohlgefühlt habe. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mein Praktikum bei „James Lakeland“ absolvieren durfte. Ich habe viel Verantwortung übernehmen dürfen und hatte jeden Tag spannende Aufgaben.

Mein Fazit zum Auslandsaufenthalt ist positiv. London ist eine wahnsinnig tolle Stadt. Jeder kann hier viel sehen, mitbekommen und eine tolle Zeit verbringen. Das Praktikum hat mir gezeigt, dass es viel wichtiger ist, mit freundlichen und sympathischen Personen zusammenzuarbeiten als die scheinbar perfekte Aufgabe zu haben. Außerdem habe ich viel über die Vorgehensweisen eines anderen Unternehmens mitbekommen und meinen Horizont erweitern können. Schon jetzt weiß ich, dass ich ganz sicher wieder nach London gehen werde. Sei es privat oder geschäftlich – London ist eine großartige Stadt.

 

  Ein paar Eindrücke in Bildern / London / Poolprojekt „Spread Your Wings“:

 

 

Mi vida en Valencia, España – Mein Leben und Arbeiten in Spanien

Reisebericht: Mari Carmen Lozada Fuentes / Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel / Valencia / 13.11. – 17.12.2016Mari Carmen Lozada Fuentes

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau wurde mir im dritten Ausbildungsjahr die Möglichkeit gegeben ein fünfwöchiges Auslandspraktikum zu absolvieren, mit dem Zweck neue Arbeitserfahrungen zu sammeln und die Fremdsprachkenntnisse zu erweitern.

Das Entsendungsland (innerhalb Europas) durfte ich selbst auswählen – einzige Voraussetzung: Das Beherrschen der Landessprache (Sprachniveau mind. B1/mittlere Mittelstufe/Europäischer Referenzrahmen). Da meine Muttersprache Spanisch ist und es mich schon immer gereizt hat in Spanien zu arbeiten/zu leben, selbst wenn es nur für eine kurze Zeit ist, war ich sehr froh darüber, dass mir die Städte Barcelona und Valencia angeboten wurden. Meine Wahl fiel auf Valencia, da ich meinen letzten Sommerurlaub in Barcelona verbracht habe und nun eine neue Stadt entdecken wollte – eine Stadt, in der nicht so viele Touristen unterwegs sind und ich hauptsächlich nur mit Spaniern in Kontakt treten konnte.

Meinen Auslandsaufenthalt hatte ich vom 13.11.2016 bis zum 17.12.2016, direkt nach meinen schriftlichen Abschlussprüfungen. Es war der perfekte Abschluss und der Anfang, um im Arbeitsleben zu starten.

In der Zeit meines Aufenthaltes in Valencia lebte ich in einer Wohngemeinschaft mit Mädchen aus verschiedenen Ländern, so konnte ich auch gleichzeitig meine Englischsprachkenntnisse etwas aufbessern. Die Wohnung war sehr geräumig und nur einige Minuten von mehreren Bushaltestellen entfernt, wobei man auch sehr gut zu Fuß in die Stadt laufen und somit auch die Umgebung näher kennenlernen konnte. In der Gegend gab es auch mehrere Supermärkte und das „Ruzafa-Viertel“ mit vielen trendigen und hippen Restaurants.

Während meine Mitbewohnerinnen morgens früh aufstehen mussten, um in die Sprachschule (IH – International House of Valencia) zu gehen, konnte ich etwas ausschlafen. Mein Arbeitstag begann nämlich erst um 10:30 Uhr.

Mein Auslandspraktikum habe ich in der Second Hand Designer Boutique „El Rastrillo de Arantxa“ in der Innenstadt, nahe der beliebten Einkaufsmeile „Calle Colón“, absolviert. So kam es auch oft vor, dass ich – während die Spanier die Siesta (= Mittagspause) dafür genutzt haben, um ein Mittagsschläfchen zu machen – die Einkaufsmeile hoch und runter gelaufen bin, in die zahlreichen Läden gegangen und mit mehreren Shoppingtüten in der Hand wieder rausspaziert bin.

Mein Arbeitstag an sich war entspannt, da die Boutique sehr klein war, haben nur die Besitzerin und ich dort gearbeitet. Morgens öffneten wir als allererstes immer Spotify am PC und ließen Musik laufen, dann ordneten wir die Kleidung, Accessoires und Schuhe. Da es sich um einen Second Hand Laden handelte, kamen fast jeden Tag Frauen, die uns ihre Sachen verkauft haben. Zusammen verhandelten wir die Einkaufspreise und legten die Verkaufspreise fest. Meine Aufgabe war es dann die gekaufte Kleidung aufzuhängen und von jedem Teil Fotos zu machen, um diese dann auf soziale Netzwerke, wie Facebook und Instagram, hochzuladen. Natürlich war ich auch für die Verkaufsberatung zuständig und zusammen mit meiner Chefin überlegten wir uns Aktionen für den „Black Friday Sale“ und die „Valencia Shopping Night“.

Zu Hause kam ich dann erst gegen 21:00 Uhr an. Hier habe ich mich zuerst ans Kochen gemacht – für mich eine der größten Herausforderungen, da ich noch nie zuvor auf mich allein gestellt war. Dies habe ich jedoch mit Bravour gemeistert.

Das Zusammenleben mit den anderen Mädchen lief gut. Wir konnten aber unter der Woche kaum Zeit miteinander verbringen, da ich spät nach Hause kam und sie wiederum früh im Bett waren, weil sie morgens früh aus dem Haus mussten. So haben wir die Wochenenden dafür genutzt etwas zusammen zu unternehmen. Morgens war meistens Sightseeing angesagt: „Ciudad de las Artes“, „Oceanografic“, „Plaza del Mercado“, „Plaza de la Reina“, „Plaza del Ayuntamiento“ und vieles mehr.

Valencia ist eine tolle Stadt und bietet den Besuchern und Anwohnern viel Kulturelles als auch Modernes. Du kannst in Ruhe durch die Stadt laufen und die Sehenswürdigkeiten genießen, da die Stadt nicht wirklich von Touristen überlaufen ist. Abends genossen wir das Nachtleben von Valencia. Die Stadt hat ein großes Angebot an Restaurants, Diskotheken, Clubs und Cocktailbars. Dies sollte sich keiner entgehen lassen, der in Valencia ist. Am liebsten feierten wir im bekannten Club „Mya“, der sich direkt bei der „Ciudad de las Artes y Ciencias“ befand – schon allein wegen der tollen Architektur der Umgebung ist es einen Besuch wert.

Die Zeit in Valencia werde ich niemals vergessen. Es waren 5 Wochen voller Erfahrungen, Freude und Herausforderungen. Egal für welches Land man sich entscheidet, das Projekt „Spread Your Wings“ bietet uns jungen Menschen eine tolle Möglichkeit zur Weiterentwicklung, sowohl beruflich als auch persönlich. Deshalb würde ich jedem empfehlen diese Chance zu nutzen, um andere Länder und ihre Kultur besser kennenzulernen. Es ist natürlich nicht immer leicht in einer fremden Stadt auf sich allein gestellt zu sein, die neue Situation und Probleme zu bewältigen, aber genau das macht dieses Projekt so aufregend.

 

  Ein paar Eindrücke in Bildern / Valencia / Poolprojekt „Spread Your Wings“:

 

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