Von der Idee zum Produkt – Herausforderung Produktentwicklung

Jennifer Lehmann

 

Name, Tätigkeit/Abteilung:

Jennifer Lehmann, Produktmanagerin Automation & Netzwerk – ETHERLINE® Ethernet-basierte Datenübertragungstechnik

Lieblingsfarbe außer Orange?:

Türkis

Beschreibe dich mit 3 Worten!:

laut, begeisterungsfähig und hartnäckig

Für was kannst du dich begeistern?:

ferne Reiseländer, neue abenteuerliche Sportarten und Eis

 

 

Das Produktportfolio der Lapp Gruppe ist riesig. Ungefähr 1200 Produkte befinden sich aktuell im Hauptkatalog. Die Tendenz ist steigend, viele Innovationen kommen auf den Markt, Produkte werden weiterentwickelt und verbessert. Doch wie entsteht eigentlich ein neues Produkt? Eine der Innovationen, die erst vor kurzem auf den Markt kam, ist die ETHERLINE® HEAT 6722, eine Datenleitung speziell für den Gebrauch in Fahrgasträumen von Bussen. Jennifer Lehmann, die zuständige Produktmanagerin, hat uns im Interview erzählt, was alles hinter so einer Produktentwicklung steckt und welche Herausforderungen die Entwicklung mit sich bringt.

 

Hallo Jennifer, wie seid ihr auf die Idee für die neue ETHERLINE® Leitung gekommen?

Ein Automobilhersteller ist auf uns zugekommen. Er brauchte eine Datenleitung für Busse, die nicht nur zuverlässig Daten übermittelt, sondern auch den strengen Brandschutzvorschriften der Branche für den Fahrgastraum entsprechen. Da ein solches Produkt bisher nicht in unserem Standardportfolio war, haben wir uns an die Arbeit gemacht.

 

Läuft das immer so ab, dass es durch eine Kundenanfrage zu einer Idee für ein neues Produkt kommt?

_WPS5661Manchmal sind es schon spezielle Kundenanforderungen, die den Anstoß geben, aber wir beobachten auch viel den Markt und besuchen viele Messen, um zu sehen, was gerade gebraucht wird und welche Anforderungen an unsere Produkte in Zukunft eine Rolle spielen werden. Natürlich muss dann auch geprüft werden, ob überhaupt ausreichendes Interesse an einem solchen Produkt besteht und ob die Kosten mit dem Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen.

 

 

Und was ist nun das Besondere an der neuen ETHERLINE® Leitung?

Das Besondere ist, dass wir mit dieser Leitung im Bereich ETHERLINE® quasi Neuland betreten haben. Damit es bei einem Brand nicht zu Vergiftungen kommen kann, müssen die Leitungen halogenfrei sein und dürfen deshalb nicht aus PVC sein. Unsere Leitung besteht deshalb aus Polyurethan (PUR). Normalerweise brennt eine Leitung aus PUR aber sehr schnell und saugt sich schnell mit Wasser voll, wenn es feucht wird. Wir haben es aber geschafft unserer PUR Leitung diese schlechten Eigenschaften auszumerzen.

 

Wie lange braucht es denn in etwa bis alle Entwicklungsschritte, von der Idee bis zur Produktmarkteinführung, durchlaufen sind?

An der ETHERLINE® HEAT 6722 haben wir ganze drei Jahre gearbeitet. Das ist im Verhältnis zu anderen Produktneuheiten sehr lange – normal sind etwa ein bis anderthalb Jahre. Das kommt daher, dass die Anforderungen an die ETHERLINE® Leitungen komplett neu waren und wir uns unter anderem erst einmal Informationen über die ganzen Normen einholen mussten.

 

Als Produktmanagerin für den Bereich Automation und Netzwerk warst Du die vollen drei Jahre mit dabei und für das komplette Projekt verantwortlich. Was waren dabei die größten Herausforderungen für Dich?

Die wahrscheinlich größte Herausforderung bei Neuentwicklungen ist das ganze Projekt über diesen langen Zeitraum am Laufen zu halten. Dieses Mal waren etwa zehn Abteilungen an der Entwicklung beteiligt. Die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Abteilungen und dem Kunden zu _MG_7969koordinieren kann teilweise schon sehr nervenaufreibend sein.

 

Und was macht Dir an so einer Produktentwicklung am meisten Spaß?

Es ist zum Beispiel interessant, die Anforderungen der Kunden aufzunehmen und ihre Probleme kennenzulernen und dabei neue Anwendungsgebiete der Produkte zu erforschen. Im Fall der ETHERLINE® HEAT 6722 fand ich besonders spannend das Prüflabor zu besuchen, das schaut, ob auch alle Normen eingehalten worden sind und die nötigen Zertifikate ausstellt. Die verschiedenen Vorrichtungen dort waren wirklich sehr interessant. Das beste Gefühl war dann natürlich als wir erfahren haben, dass alle Tests bestanden wurden. Außerdem freue ich mich auf die internationale Produkteinführung. Das wird sehr spannend, denn dort sind die Normen zum Teil abgewandelt und wir müssen mit den verschiedenen Landesgesellschaften erst einmal klären, wie viel Kundeninteresse dort überhaupt besteht.

 

Das klingt nach einer aufregenden und abwechslungsreichen Aufgabe! Wir danken Dir vielmals für den spannenden Einblick in die Abläufe einer Produktentwicklung und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg bei der Markteinführung.

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