Einmal Auslandserfahrung Singapur und zurück – was befindet sich im Reisekoffer?

Name, Tätigkeit/Abteilung:

Alexander Lapp, Manager für eBusiness und Digitalisierung in der Lapp Gruppe

 

Lieblingsfarbe außer Orange?:

Grün in (fast) allen Facetten

 

Beschreibe dich mit 3 Worten!:

Das ist nicht so einfach: ich gehöre definitiv zu der Das-Glas-Ist-Halb-Voll-Fraktion, bin weltoffen und unternehmerisch und schaue gerne über den Tellerrand hinaus (und auch mal drunter). Wir entwickeln uns ständig weiter und verändern uns – ich sehe das sehr positiv!

 

Für was kannst du dich begeistern?:

Computertechnik & neue Gadgets, Squash, Lesen, Kochen & gutes Essen

 

Herr Alexander Lapp ist seit dem 01.04.2017 bei Lapp für die Themen e-Business und Digitalisation zuständig. Dies war aber nicht seine erste Station innerhalb der Lapp Gruppe. Davor hat Herr Alexander Lapp drei Jahre in unserem Büro für die Region Asia Pacific in Singapur verbracht.

 

Diese Zeit interessiert mich ganz besonders – vor allem auch, welche Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse Herr Lapp in seinem Koffer zurück nach Deutschland gebracht hat. Ich selbst war noch nie in Singapur und kann mir daher nicht vorstellen, was bei einer solchen Auslandserfahrung prägend gewesen sein könnte.

 

Nun aber erst einmal von vorne.

Wie haben Sie denn Ihren Aufenthalt in Singapur erlebt?

Mein Einstieg ins Unternehmen Lapp war der Direkteinstieg in Singapur. Am Anfang war noch alles neu für mich: das Land, der Job als auch das komplette soziale Umfeld. Es war quasi ein Sprung ins heiße Wasser – in Singapur beträgt die Wassertemperatur nämlich 30 Grad Celsius. Vor meinem Aufenthalt war ich nur einmal kurz in Singapur – dennoch konnte ich mich von der ersten Minute an auf das Land und die Leute einlassen.

 

Besonders begeistert war ich von der Ordnung und der Effizienz in dem Land. Das ganze Land ist auf Komfort und Verbraucherfreundlichkeit ausgerichtet – von der 5-Minuten-Online-Steuerklärung über ein günstiges U-Bahn-System bis hin zu den Einpackern im Supermarkt. Auch dadurch ist die Lebensqualität für die Bürger extrem hoch – wo sonst kann man 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche alles bekommen, was man sich nur wünschen kann?

 

Natürlich hat das auch seine Schattenseiten, denn man muss sich das alles auch leisten können. Die Menschen arbeiten viel und lange, auch bis ins Alter – und es gibt eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Nur die Armen sieht man nicht im Stadtzentrum, es ist nämlich verboten „herumzulungern“.

 

Anders ist auch die Einstellung zum Essen. Den Singapuris geht es um eine hohe Qualität des Essens sowie um Geschwindigkeit. Da leidet dann teilweise das Ambiente – man isst auf Plastiktellern und –Geschirr und sitzt auf Plastikstühlen. Aber Essen ist auch deren Lebensinhalt – deshalb wird gerne auch einmal 45 Minuten in einer Schlange gestanden, um sein Lieblingsessen zu erhalten. Das Land bietet die größte Vielfalt an unterschiedlichsten Küchen aus aller Welt, die ich bisher gesehen habe – und das auf einer Fläche von der Stadt Hamburg.

Welche Themen haben Sie denn beruflich in Singapur verantwortet?

Dort war ich für das Thema Strategieumsetzung verantwortlich. Dahinter verbergen sich diverse Maßnahmen, die zur Erreichung der Unternehmensstrategie beitragen. Beispielsweise wurde dazu ein weltweites Vertriebsprogramm implementiert, um die Qualifizierung und das Vorgehen im Vertrieb weiter voranzutreiben, zu standardisieren und zu optimieren. Zudem wurden diverse regionale Formate, wie z.B. Führungsseminare, aufgebaut. Auch die konkrete Gestaltung von Zukunftsszenarien einzelner Landesgesellschaften und die Entwicklung von regionalen e-Commerce-Strategien gehörte dazu.

 

Wussten Sie zum Beispiel, dass die Menschen in Südkorea derzeit im Schnitt die schnellste Internetverbindung der Welt haben? Als Privathaushalt kann man dort bereits heute mit 10.000 Mbit/s surfen. Das Ziel der Bundesregierung ist, allen Haushalten in Deutschland 50 Mbit/s bieten zu können – da haben wir definitiv noch großen Nachholbedarf! So entwickeln sich dort ganz andere Industriezweige, wie zum Beispiel e-Sport (also professionelle Videospiele) mit eigener Liga, Sponsoren und zehntausenden Zuschauern.
Man muss sich bewusst machen: fast jeder in Asien hängt die ganze Zeit am Handy – was dort also nicht mobil abrufbar ist, ist quasi nicht existent.

Die Internetaffinität spielt sicher auch eine große Rolle für die Arbeitskultur! Was haben Sie denn als die Unterschiede zwischen der Arbeitskultur in Singapur und Deutschland erlebt?

Was mich in Singapur sehr beeindruckt hat, ist die Kultur des „Trial and Error“ bzw. „Trial and Succeed“. Also einfach mal probieren und machen, statt lange zu diskutieren und erst die Probleme zu sehen. Wenn es dann nicht klappt, muss eben eine andere Lösung her. Das habe ich als sehr erfrischend und inspirierend empfunden.

 

Die Geschwindigkeit von Veränderungen ist zudem deutlich höher als in Deutschland. Dies hat mehrere Ursachen: die höheren Arbeitszeiten (teilweise auch samstags), das unproblematische Kopieren von Technologien als auch der größere Wettbewerb zwischen den Arbeitnehmern. Immer schneller, weiter und höher – das ist die Devise in Singapur. So verbirgt sich auch diese Erkenntnis in meinem Koffer: sich immer bewusst zu sein, dass Asien eine große Konkurrenz für uns und unsere Kunden darstellt.

Nun sind Sie seit April dieses Jahres wieder in Deutschland. Was verantworten Sie nun hier? Welche Themen wollen Sie vorantreiben?

Hier bin ich nun für die Themen Digitalisierung und e-Commerce zuständig – für das gesamte Unternehmen und alle Bereiche. Es geht darum, die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens zu überarbeiten, um mit digitalen Prozessen noch besser für unsere Kunden da sein zu können – das bedeutet auch, schneller und effizienter werden zu können. Das ist unsere Chance, das gesamte Unternehmen und alle Prozesse auf den Kunden auszurichten und damit auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Zum Schluss möchte ich nun gerne wissen, welche Gewohnheiten Sie in Ihrem Koffer aus Singapur mit nach Deutschland gebracht haben.

Eigentlich hätte ich gerne noch viel mehr Gewohnheiten mit nach Deutschland gebracht! (lacht)

Was ich auf jeden Fall mitgenommen habe ist, keine Angst vor dem Unbekannten zu haben, einfach ins kalte Wasser zu springen und Dinge auszuprobieren. Das gilt sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. Dann möchte ich mir ein Stück mehr von der Essenskultur beibehalten – allerdings ohne Schmatzen und Schlürfen.

 

Und auch die schon genannte flexiblere und agilere „Trial and Error“ Mentalität möchte ich gerne stärker in unsere deutsche Arbeitskultur einbringen. Zu guter Letzt nehme ich mit, den internationalen Austausch zwischen Kollegen noch stärker zu fördern.

 

Herr Lapp – vielen lieben Dank, dass Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen!

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