Gesundes Zeitmanagement beginnt im Kopf!

Schulungen und Bücher zum Thema Zeit- und Selbstmanagement gibt es wie Sand am Meer. Ständig werden neue Methoden „erfunden“ und Empfehlungen abgegeben, damit wir wieder mehr Zeit für dies und jenes haben.

 

Dennoch fühlen wir uns gehetzt, stehen unter Zeitdruck, kommen zu spät zu Terminen. Wobei das Letztere „en vogue“ zu sein scheint. Aussagen wie: „heute rennt die Zeit viel schneller als früher“, „ich habe gar keine Zeit mehr für mich oder etwas“, „das müsste doch schneller gehen“ zeigen uns, dass wir den Bezug zu unserem Zeitempfinden verloren haben bzw. dass sich dieses verändert hat. Denn, die Zeit an sich wird heute genauso gemessen, wie zu der Zeit, als die Zeitmessung erfunden wurde.

Woran liegt es also, dass wir so ein unterschiedliches Zeitempfinden haben? Und welche Methoden sind wirklich hilfreich, damit wir die Fülle an Aufgaben bewältigen können?

 
Diese Fragen haben wir dem Neurocoach, Herrn Dr. Sven Sebastian vom Institut Proventika gestellt und dazu interaktive Workshops mit dem Titel „Gesundes Zeitmanagement beginnt im Kopf“ für unsere Mitarbeiter durchgeführt.
Zuerst ging es darum, die wahren „Zeiträuber“ im Alltag zu finden und diese anschließend in Schach zu halten. Und Zeiträuber gibt es eine ganze Menge. Machen Sie doch an dieser Stelle einen Selbsttest. Beobachten Sie die nächsten 10 Minuten, wie oft und wodurch Sie an der Durchführung der aktuellen Tätigkeit unterbrochen werden. Alleine die Tatsache, dass Ihre Gedanken zu anderen Themen abschweifen führt dazu, dass Sie mehr Zeit für Ihre aktuelle Aufgabe benötigen. Meine täglichen Zeitfresser sind zum Beispiel die so genannten „unerwünschten Telefonate“ von externen Anbietern, die mich davon überzeugen möchten, ihre Schulungen zu kaufen. Diese dauern einzeln betrachtet in der Regel nur ein paar Minuten, zusammen addiert ergeben sie jedoch eine Menge an Zeit.

Doch wie nehmen wir unsere Zeit überhaupt wahr?

 

„Unsere Zeitwahrnehmung hängt ab von der Anzahl der Ereignisse, die sich in einem bestimmten Zeitabschnitt ereignen, sowie von unserer Aufmerksamkeit darauf. Je mehr Ereignisse wahrgenommen werden, desto mehr Impulse werden akkumuliert und desto schneller verrinnt die empfundene Zeit“, so Dr. Sebastian. Doch auch unsere Emotionen bestimmen unser Zeitempfinden. Zeit vergeht schnell oder langsam, je nachdem ob wir in einem erfreulichen oder weniger erfreulichen emotionalen Zustand sind. Somit sind unsere Emotionen ein wichtiger Trigger für unsere Zeitempfindung. Sicherlich kennen Sie die Situationen, in denen Sie denken „oh, wäre es schon der bestimmte Tag oder Monat“, weil Sie dringend etwas oder jemanden herbeisehnen.

 

 

Jeder Mensch hat 24 Stunden und es kommt darauf an, wie wir diese Stunden nutzen. Und unabhängig davon, welche Emotionen wir haben, Zeit ist kostbar. Deswegen bedeutet professionelles Zeitmanagement, dass wir uns bei unseren Aufgaben die folgenden Fragen beantworten:

 
•    Was fordert mich an dieser Aufgabe?
•    Was reizt mich an dieser Aufgabe und was kann ich jetzt leisten?
•    Warum kann sich so etwas überhaupt?
•    Gibt es einen Nutzen für mich? Welchen Nutzen hat demnach diese Aufgabe?
•    Wem wird meine Leistung helfen? Wozu trägt sie bei?

 
Anschließend sollten wir die Entscheidung treffen, ob wir eine Aufgabe tun werden. Aufgaben, die wir ungern tun, sollten wir sofort erledigen, sonst schieben wir sie lange vor uns her. Möchten wir etwas nicht tun, dann sollten wir es tatsächlich unterlassen. Doch was immer wir auch tun, tun wir es mit einem positiven Gedanken oder mit Genuss. Und wir sollten es vermeiden, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen, denn darunter leidet die Qualität.

 
Zum Schluss noch ein schönes Sprichwort von einem unbekannten Verfasser: „Unser Leben wird nicht an der Anzahl der Atemzüge gemessen, sondern an der Anzahl der Momente, die uns den Atem rauben“. Denken Sie daran, Zeit ist kostbar.

 

Wir wünschen Allen ein gutes Gelingen bei ihrem Zeit- und Selbstmanagement.

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