USA – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Lucas KehlName, Tätigkeit/Abteilung:

Lucas Kehl, Produktmanager und stellvertretender Leiter Produktmanagement, Bereich Kabel und Leitungen

Lieblingsfarbe außer Orange?:

weiß

Beschreibe dich mit 3 Worten!:

begeisterungsfähig, offen, unkompliziert

Für was kannst du dich begeistern?:

Sport, englische Literatur, Kochen

 

USA – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – so kennen wir dieses Land aus den Medien. Vor allem in Filmen geht es immer wieder darum, dass dort vieles möglich sei – beispielsweise die Karriere „vom Tellerwäscher zum Millionär“ – das klassische Beispiel für ein Weiterkommen in den USA.

 

Lucas Kehl, Produktmanager für Kabel und Leitungen, kam gerade von seinem zweijährigen Aufenthalt in den USA zurück. Nun wollen wir wissen, welche Erfahrungen er in dieser Zeit sammeln konnte.

 

Wo ist denn die Gesellschaft in den USA angesiedelt und wo und wie haben Sie gelebt?

Gesellschaft Lapp USA

Gesellschaft Lapp USA

Lapp USA, Inc. ist in Florham Park im Bundesstaat New Jersey angesiedelt. Neben Lapp hat beispielsweise auch BASF hier seinen Nord-Amerikasitz. Nach New York City/Manhattan sind es nur knapp 30 Meilen. Mit dem Regionalzug schafft man es in 45 Minuten, mit dem Auto ist wirklich alles zwischen 30-120 Minuten möglich.

 

Neben der Ländergesellschaft sind am dortigen Standort ebenfalls die Lapp North America Holding sowie die Produktionsstätte Lapp Cable Works beheimatet.

Morristown

Morristown

Direkt neben Florham Park befindet sich das historische Städtchen Morristown. Für die Zeit meiner Entsendung war dies meine „Heimat“. Sehr europäisch geprägt, gibt es in Morristown einen richtigen Stadtkern mit Restaurants, Ladenflächen, Kino sowie ein Theater. Auch kulinarisch betrachtet bleibt wirklich kein Wunsch offen. Was die Wohnsituation betrifft, so gibt es vom Apartment (condo) bis zum freistehenden Einfamilienhaus (single family house) alles – ich selbst habe in einem kleinen Reiheneckhaus (town house) gewohnt. 

Wie lange waren Sie in den USA und hätten Sie Ihre Zeit dort gerne noch etwas verlängert?

Für ziemlich genau 24 Monate war ich in den USA beschäftigt. Man braucht eine gewisse Zeit um „anzukommen“, will dann aber auch das richtige USA kennenlernen und Dinge bewegen, verändern und und und – daher sind 12-monatige Entsendungen sicher genauer zu hinterfragen. Jetzt könnte man sagen, dass bei 36-monatigen Entsendungen mehr Zeit verfügbar ist, um Land und Leute kennenzulernen, Dinge zu bewegen und zu verändern. Ja, allerdings ist und bleibt eine Entsendung zeitlich befristet. Irgendwann geht es wieder zurück. Der Kontakt zum Stammhaus darf also auch nicht abreißen. Dies ist sicherlich umso kritischer, je länger man weg ist.

Lucas Kehl am Arbeitsplatz (USA)

Lucas Kehl am Arbeitsplatz (USA)

Hatten Sie eine Erwartungshaltung wie die Zeit in den USA werden wird und wie war dann die Realität?

Natürlich liest man sich im Vorfeld durch unzählige Blog-Einträge und Erfahrungsberichte anderer Expats, um sich gedanklich schon mal auf die bevorstehende Herausforderung vorzubereiten. Allerdings sollte man auch mit einer Portion „Lockerheit“ an die Sache herangehen. Bevor ich meine Koffer in Deutschland gepackt habe und die Reise ins „Ungewisse“ angetreten habe, war ich bereits dreimal in der dortigen Ländergesellschaft geschäftlich zu Besuch. Von daher war es in dem Sinne gar nicht die Reise ins „Ungewisse“ – ich kannte bereits die Gegend und auch künftige Kollegen und Vorgesetzte waren mir nicht unbekannt. Dennoch ist es natürlich super spannend, Menschen anderer Kulturen kennen zu lernen als auch das gesamte Arbeitsleben aber auch das Privatleben neu zu gestalten.  

Hatten Sie davor eine Meinung über die „Amerikaner“? Wenn ja: wurde diese bestätigt oder widerlegt?

US-Amerikanern wird ja in der Regel eine gewisse Art „Oberflächigkeit“ nachgesagt. Das mag mitunter sicher zutreffen, allerdings vereinfacht es viele Alltagssituationen auch maßgeblich. Stellen sie sich vor, Sie kommen in ein Land, sind fremd, sprechen zwar die Sprache aber keiner interessiert sich für Sie und Sie sitzen alleine im Restaurant oder an der Bar… Das passiert in den USA sicherlich nicht. Amerikaner unterhalten sich einfach gerne. So ist es nicht untypisch, dass man auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt mit fremden Menschen über Autos redet. Merken Amerikaner, dass man kein „native speaker“ ist, wird auch die Herkunft schnell zum Gesprächsthema. Der „small talk“ gehört einfach dazu.

Wem würden Sie einen Aufenthalt in den USA empfehlen und für wen eignet sich ein Einsatz nicht?

New York City

New York City

Der Nordosten der USA hat sich mir als ein weltoffenes Land mit unterschiedlichsten Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen vorgestellt. Negative Erfahrungen habe ich hier überhaupt nicht gemacht – natürlich ist es wichtig, in einem sicheren „Neighborhood“ zu wohnen und sich auch an gewisse Spielregeln zu halten. Einen Stereotyp, für den sich ein Aufenthalt in den USA besonders eignet, gibt es nicht. Kommunikative, eher extro- als introvertierte Menschen haben es aber bestimmt etwas leichter Kontakte zu knüpfen.

Nun sind wir gespannt auf Ihr abschließendes Feedback: sind denn die USA nun aus Ihrer Sicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? (bitte mit Begründung)

Das ist eine knifflige Frage. Ich selbst bin als Produktmanager gekommen und auch als Produktmanager wieder gegangen – also passt die „vom Tellerwäscher zum Millionär“ Geschichte hier sicher nicht. Aber es gibt sie wirklich! 

Vielen lieben Dank für Ihre Mithilfe und Ihr Engagement!

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